Kontakt: mountainfeeling@bluewin.ch

Dienstag, 30. September 2014

Yosemite

Seit langer Zeit träumten und redeten wir von einem Trip ins Legendäre Yosemite- Valley. Wilde Storys von Bigwallabenteuer, Traumrisse, super Landschaft und Begegnugen mit Bären waren unsere Vorstellung vom Valley. Endlich war es dann soweit und mir machten uns für drei Wochen auf ins Yosemite Valley.


Nach einer anstrengenden und langen Reise und der ersten Begegnung der amerikanischen Freundschaft der Zöllner kamen wir am Sonntag im legendären Camp 4 an. Den ersten Tag verbrachten wir mit ein bisschen angewöhnen an der Camp 4 Wall.
Am zweiten Tag regnete es, als wir aufwachten und dies in Kalifornien! Da es zum Glück aber nur ein kurzer Regenschauer war, machten wir uns auf und kletterten den Serenty- Crack. Eigentlich wollten wir noch weiter und den Klassiker "Son of Yesterday" klettern, doch leider wurden wir nochmals verregnet, sodass wir abseilten.

Am nächsten Tag waren wir topmotiviert für etwas grösseres, sodass wir uns an den Leaning Tower machten, der uns als guter Einstiegs- Bigwall empfohlen wurde. Dies war unsere erste Erfahrung mit dem Technoklettern, zum Glück waren die ersten zwei Längen reine Bohrhakenleitern.




 Danach ging das "geteche" los. Zum Glück waren wir fast alleine an der Wand, unser Gefluche und Geschimpfe hätte sicher jeden anderen Kletterer vertrieben. Ausser uns hatte es noch eine Amerikanerin, welche die Route Solo und in a Day machte. Das Technoklettern raubte uns den letzten Nerv, wir brauchten zum Teil über 3 Stunden für 2 Längen und hatten seeeehr viel geflucht, wenn auf einmal wieder ein Keil oder eine Leiter uns um die Ohren flog.

Unser Plan war es eigentlich, noch die ersten zwei Längen nach dem Biwakledge am ersten Tag zu fixieren, jedoch waren wir so am Ende, dass dieser Plan schnell dem Bier und dem Apero auf dem Ledge zu Grunde fiel.




Nach einer komfortablen Nacht standen wir früher als geplant auf, da wir ja noch zwei Längen mehr klettern mussten, als geplant. 


Nach dieser Bigwallerfahrung waren wir beide völlig am Ende mit den Nerven und den Kräften, so machten wir danach einen Ruhetag. 

Am Freitag wollten wir die East Butteres am Higher Cathedral klettern, jedoch seilten wir völlig entäuscht nach drei schrecklich, hässlich, brüchigen Längen wieder ab. Da es aber erst Mittag war, kletterten wir noch Nutcracker, einen weiteren 4 Seillängen Valleyklassiker.

Am Samstag entschieden wir uns, mal etwas Luft zu schnappen, und auf den Tiogapass zu fahren. Dort oben fanden wir uns in einer völlig neuen Welt, eine ganz andere Landschaft als im Valley erwartete uns. 





Wir kletterten den Third Pillar of Dana, jedoch teilten wir uns den Klassiker mit 5 weiteren Seilschaften, was uns am ersten Stand eine unerwartete 2 Std. Pause einbrachte. Wir erreichten gerade noch mit dem letzten Tageslicht unsere Rucksäcke und liefen mit den Stirnlampen zurück zum Auto.



Zurück im Valley, kletterten wir am Montag den Central Pillar of Frenzey. Im Führer stand: "From Offwith to Chimney to perfect Hand and Fingercrack, everything that you need in the Valley!"
Tönt gut, dachten wir uns,war es dann auch und immer mit super Ausblick auf den El Cap, voll Geil!







Am Dienstag klettern wir dann nochmals die Kombo Serenty Crack/Sons of Yesterday, diesesmal jedoch ohne Regen in der brüteten Hitze. Bis auf die erste "Pinscar- Länge", welche ziemlich scary war, bietet die Route supergeile Finger- und Handrisskletterei vom feinsten, Creme de la Creme!



Am Mittwoch machten wir uns dann auf, an eines unseren grossen Ziele, der Half Dome.
Nachdem Zustieg über die "Slaps" kamen wir am Wandfuss an, wo aber schon zwei Seilschaften daran waren, die ersten 4 Längen zu fixieren.

 Wir kletterten auch noch die ersten paar Längen, währendem trafen nochmals zwei Kletterer ein, sodass wir am Abend zu 8 eine "Strategie- Sitzung" machten, über den Plan vom nächsten Tag. Die ersten Seilschaften sagten klipp und klar, dass sie in zwei Tagen durchgehen, mit einer Übernachtung auf dem Big Sandy Ledge. Die Seilschaft, welche als letzte ankam, sagte sie wollen in einem Tag durch. Wir hatten auch entschieden, dass wir auch in einem Tag durchwollten. Nach einer intensiven Diskussion, wo wir uns oft rechtfertigen mussten, da die Amis Angst hatten, dass wir zwei Jungen, unerfahreren Europäer alle aufhalten würden, konnten wir uns darauf einigen, dass wir als erste Einsteigen, sobald wir jedoch eingeholt werden, alle passieren lassen müssten. Nach einer arschkalten und umbequemen Nacht am Wandfuss mit genau einer Rettungsdecke für uns beide, stiegen wir um 3 Uhr Morgens ein, und stiegen die ersten 4 Längen an den fixierten Seilen hoch, bevor wir dann um 4 Uhr Morgens mit dem Klettern begangen. Unsere Strategie war einfach, fast and light like Ueli Steck (wie die Amis sagten). Wir kletterten die Route "French Free", sprich sobald es eine schwere Stelle gab, Gear rein und dran Pullen...
So kamen wir sehr schnell voran, sodass wir mit dem ersten Tageslicht schon an der "Robyn's Traverse" standen.

Um 12 Uhr pünktlich zur Mittagspause, waren wir auf dem Big Sandy Ledge, wo wir Pause machten. Übrigens hatten wir bis dahin nur einmal kurz die andere Seilschaft, welche auch an einem Tag durch wollte, etwa drei Längen hinter uns gesehen...






Nach dem Big Sandy kamen die drei "Zig Zags" Längen, welche wir wieder in "Techno-Style" bewältigten. Zum Schluss kam dann das berühmte "Thank Good Ledge" (Reminder an Alex Honnold) und noch zwei einfachere Längen. Nach 14 Stunden Kletterei standen wir um 17 Uhr auf dem Gipfel des Half Dome und waren überglücklich. 





Am Freitag machten wir wieder Ruhetag, wir mussten vorallem wieder mal Duschen und Kleider waschen. 

Am Samstag nahmen wir es auch eher leger, wir fuhren zum "Generator Crack", dass Offwith- Kamin Testpiece im Valley. Diese Route lies uns jedoch seeeehr alt aussehen, wir konnten nie richtig in den Riss reinklettern, so verbrachten wir den Rest des Tages mit bädelen am Fluss, Bier trinken und vorbereiten für Sonntag. Am Sonntag wollten wir in die Nose am El Cap einsteigen, jedoch wurden unsere Pläne schon auf dem Parkplatz zunichte gemacht, vor uns waren schon 6 Seilschaften am Einstieg und eine Seilschaft, welche am Tag zuvor Einstieg schaffte es gerade mal 4 Seillängen weit...
So entschieden wir uns, das Valley zu verlassen und noch den Rest unserer Zeit am Tiogapass und in der High Sierra zu verbringen. An diesem Tag kletterten wir noch den Eichhorn Peak am Tiogapass.







Am Montag kletterten wir die Route "Phobos" auf dem Tiogapass, am Nachmittag fuhren wir dann nach Bridgeport in die High Sierra und tranken noch Bier in einer "Hot Spring"....


In der Nacht von Montag auf Dienstag hatten wir dann endlich mal eine Begegnung mit einem Bären, welcher in der Nacht unseren Rucksack klaute und wir ihn uns nach einem Hardcore Kampf zurückholten. Leider frass der Bär einer von unseren letzten 4 Energiebars... 
Am Dienstag kletterten wir den "Incredible Hulk", DER High Sierra Klassiker!
Geile Riss- und Verschneidungskletterei über 12 Seillängen und kein einziger Bohrhacken, ein Traum.





Am Abend ging dann unsere High Sierra- Safari weiter. Nachdem wir im Abstieg bereits eine Schlange gesehen hatten,  fuhren wir auf dem Highway noch einen Mountain Lion (Puma) an, der unser Auto etwas modelierte... Nachdem wir unser Auto angeschaut hatten und schauten ob der Puma noch irgendwo liegt ( er ist weitergerannt) fuhren wir weiter und sahen 10 Minuten nach dem Puma noch einen Wolf !

Am Mittwoch, unserem letzten Klettertag, kletterten wir noch den West Crack am Daff Dome, welcher einen guten Abschluss von unserem Trip war. Danach verbrachten wir noch zwei Tage in San Francisco.




















Donnerstag, 16. Januar 2014

Chamonix

Letzte Woche machten Andy und Ich (Sevi) uns auf nach Chamonix. Leider waren die Voraussetzungen nicht perfekt, viel Schnee und etwas unsicheres Wetter plagten uns. Doch drei Tage waren gut gemolden, so ab ins Argentiere Bassin! Am Dienstag kletterten wir das Frendo-Ravanel Couloir, ziemlich nahe bei der Grand Montets Gondelbahn. Die Kletterei war mehr ein Gewühle im Schnee mit ab und zu ein paar längen Eisklettern.








Am Abend fuhren wir mit den Skis zur Argentiere Hütte. Mit den schweren Rucksäcken zog sich das ganze noch etwas dahin....

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Skitour auf den Col du Tour. Bei herrlichem Wetter waren wir nicht ganz alleine unterwegs.





 Am Abend mussten wir irgendwie unsere nassen Kleider und Handschuhe und Schuhe trocken kriegen, doch zum Glück hat es in den äussert gemütlichen Winterräumen in Frankreich immer einen Ofen zum anfeuern....

Am Donnerstag kletterten wir noch ein Couloir am Mont Dolent, zuhinterst im Argentiere Bassin. Das Couloir entpuppte sich als wahre Perle, lang, kein Gewühle und vorallem Eis!