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Freitag, 24. August 2012

Piz Balü, Bumillerpfeiler


Nachdem Wir (Janis und Sevi) am Freitag in Hintisberg schon genug schwitzten, reisten wir ins erhoffte kühle Bündnerland, um endlich mal den cheiben Bumillerpfeiler zu klettern.  Unsere Reise wurde doch schon fast unfreiwillig in Pontresina im Kiosk gestoppt, durch einen vermeidlichen Ladendiebstahl, schlussendlich erwischten wir doch noch die letzte Bahn auf die Diavolezza. (Nicht gerade eine günstige Bahn für unser schmales Budget...)
Am Morgen starteten wir nach einer herrlichen Biwaknacht bei schon fast schwül-warmen Temperaturen Richtung Einstieg, wir stiegen über den stozigen Bergschrund nach links Richtung Felsrippe hoch. Dort querten wir das Band nach links, wo wir nach endlosem Herumgelatsche endlich mal einen gebohrten Stand fanden. Von dort stieg Janis in einer schwierigen Länge auf das nächste Band hoch. Danach ging es in zügiger Kletterei immer höher Richtung oberer Gratabschnitt.



Die zwei Gratabschnitte werden durch ein kurzes, jämmerliches Firnfeld getrennt, welches gut rechts im Fels umgangen werden kann.

Der zweite Abschnitt präsentierte uns nochmals einige schwierigen Längen im Fels, wir kletterten meist immer etwas links des Grates und umgingen den markanten Turm auch auf der linken Seite.



Schlussendlich erreichten wir nach etwa 4 Stunden das Ende der Felskletterei und wechselten wieder auf die Steigeisen. Dabei sahen wir die markanten Seracs, welche den normalen Einstieg durch das Schneecouloir im Moment zur einer Partie Russisch- Roulette machen...
brrr....

Der Schneeteil erwies sich als reines Firngestapfe, wahrscheinlich rumpelte es in letzter Zeit mal gewaltig, sodass der erwartete Eisteil fehlte. Um 11:40 Uhr standen wir dann auf dem Hauptgipfel des Piz Balü.






Hintisberg

Letzten Freitag flüchteten wir (Janis und Sevi) von der schier unerträglichen Hitze Richtung Hintisberg. Doch wie befürchtet schwitzten wir auch dort schon kurz um 9 Uhr. Wir kletterten die Route "Floh", 7a+, 6 Seillängen. Die Route verläuft durch die markanten Dachzonen, dabei werden diese auch einigemale direkt überklettert.
Gipfelfoto

1.Länge

1.Länge

2. Länge

6.Länge

Donnerstag, 23. August 2012

Schön, schöner, Salbit

Letzte Woche beschlossen Jan und Severin nach einem 5 Min. Gespräch am Sonntag den Salbit West Grat in Angriff zu nehmen. Top motiviert von der baselbieter Bergsteigerlegende Edi der anstat 10-14 Std. für den Grat gerade mal 6 brauchte. Wir fuhren am Sammstag Nachmittag richtung Göschenen und kammen vor der Dunkelheit über den müsamen Salbitbiwakweg am Biwak an (nicht zu empfehlen). Mit dem letzten Tageslicht fanden wir dan auch noch den Einstieg zur Route. So konnten wir uns zufrieden in das erstaunlicherweise lehre Biwak legen.
Pünktlich zun Sonnenaufgang kletterten wir dan auch schon die ersten Längen der 32 Stück. Wir kammen zügig voran und sicherten nur die Längen im 6 Schwierigkeitsgrad. Die andern gingen wir an 30 M gestrecktem Seil. Der Grat war so schön, das wir die vielen Seilschaften, die wir überholten gar nicht bemerkten, bis plötzlich die Rega eine Seillänge vor uns einen verletzten Bergsteiger ausflogen.
Nach 8 einhalb Std. genialer Granit, Risse, Schupen und Kanten waren wir auf der Salbit Nadel.
Zum Glück gab es noch einen kleinen Rest Salbitgletscher, der uns beim Absteig mit herrlichem Gletscherwasser stärkte. Auf der Rückreise genossen wir noch eine gute Pizza um anschliessend erschöpft aber zu frieden zu Hause an zu kommen. 

Severin am 2. Turm

Herrlichr Riss ebenfalls am 2. Turm

Hübscher Körperriss

Salbit Gipfelnadel

Gipfelfoto;)))))

Blick zurück

Montag, 13. August 2012

Schreckhorn

Am Samstag machten wir (Jan und Sevi ) uns auf, Richtung Schreckhornhütte. Wir starteten erst um 15:00 Uhr bei der Pfingstegg- Bahn, da Jan noch seinen obligaten Dienst für die Verteidigung von unserem Land leisten musste.... Ängstliche Bergsteiger sollten die Schreckhornhütte wohl eher meiden, schon das Telefonat mit dem Hüttenwart grenzt an ein Kriegsgespräch, und wehe man erwähnt man wolle biwakieren, dann ist man Richtig froh, dass der Chef einem den Kopf nicht durch das Telefon abreisen kann..... Wir marschierten ziemlich zügig los, da wir ja nicht zu spät zum Nachtessen kommen wollten, wer weiss was die Konsequenz des Hüttenwarts gewesen wäre... Aber die 4.5 Stunden auf dem Wanderweg sind etwas gar gross berechnet, mit der Richtigen Motivation reichen auch 2.5 Stunden bis in die Hütte.

Nach einer praktisch schlaflosen Nacht, marschierten wir um 2:00 Uhr im Sternschnuppenhagel los, und erreichten nach 2 Stunden schon den Einstieg des Schreckhorns, leider war es noch viel zu früh und viel zu dunkel für unser Projekt, den Südpfeiler. Also entschlossen wir uns, die Überschreitung Schreckhorn- Lauteraarhorn in Angriff zu nehmen. 

Morgenstimmung am Schreckhorn, Blick Richtung Lauteraarhorn

Sevi im Aufstieg


Nach 5 Stunden standen wir auf dem Gipfel des Schreckhorns, leider zog das angekündigte Gewitter schneller als erwartet in unsere Richtung, so liessen wir es sein, mit der Überschreitung und machten uns Richtung Tal, da auch schon ein bissiger Wind und Wolken herauf zogen. 

Gipfelfoto Schreckhorn

Der Abstieg kostete nochmals Energie und Nerven, langsam merkten wir die schlaflose Nacht...

Jan im Abstieg

Bergschrund...

Schöne Tour...
Erst einmal am Fuss des Schreckhorns angekommen, ist die Tour leider noch lange nicht beendet, es stand noch der lange und quälende Abstieg nach Grindelwald an, der uns nochmals voll zerstörte, insgesamt stiegen wir über 3000 Höhenmeter vom Gipfel bis nach Grindelwald ab...



Mittwoch, 1. August 2012

Heiss im Eis

Pontresina

Voller Motivation und Vorfreude auf die nächste Woche gingen wir (Jan/Seve) sonntag Mittag richtung Pontresina und anschliesend auf die Tscherva Hütte um am Montag den Westpfeiler auf den Piz Bernina zu klettern. Wir waren nicht die einzigen, die das gute Wetter nutzten um den Bernina zu besteigen. Zum Glück gingen dan alle 62 Stirnlampen um halb 4 Uhr morgens richtung Bianco Grat und nur zwei richtung Westflanke. Am Pfeiler angekommen musste Jan nach 10m Kletterei leider feststellen, dass die Route vereist und der Berg nicht gnädig war. Kurz entschlossen gingen wir dan die Alternativroute durch die Westwand, was uns nicht auf den erhofften Klettergenuss brachte, dafür herrliche brennende Wädli verschaffte;) Der Firn war recht hart und der Wind blies viel Schnee vom Grat in die Wand was uns ein paar mal zum Ruhen brachte. Am Grat angekommen blies der Wind so stark (Böhen bis zu 100km/h), das wir fast wider in die wand vielen. Von den ganzen Seilschaften der Biancogratgänger gejagt gings recht zügig richtung Gipfel und noch schneller in die Marco e Rosa Hüttte wo wir uns mit zwei Kaffees wider aufwärmten.
Jan in der Westwand

Jan in dem Ausstiegscouloir auf den Bianco Grat

Gipfelfoto Piz Bernina: "Sau kalt"
Beim Abstieg richtung Diavoleza mussten wir noch mals die Zähne zusammenbeissen und erreichten pünktlich um 5 Uhr die Gondel ins Tal. Eigendlich wollten wir am folgenden Tag den Piz Balü uber den Bumillerpfeiler klettern. Leider wurde diese Route allerdings von einem riesigen Serac der über der Einstiegsrinne drohte alls viel zu gefärlich von uns eingestuft. Ohne grosse Nachwehen reisten wir noch am selben Tag nach Hause um am nächsten zu dem Bergsteigerspielplatz Chamonix zu pilgern.

Chamonix

Joni unser Chamonix kenner schwärmte immer von disem magischen Ort beim Mont Blanc und so kam es das auch Jan und Seve nicht die Finger von den steilen Couloir und dem guten Granit lasen konnten.
Kaum angekommen begann die Hetzjagt auf die letzte Bahn zur Mittelstation vom Aiguille du Midi, wo wir unser Zelt aufstellten und eine herrliche Sicht auf unser Ziel, den Frendopfeiler hatten. Nach einer sehr erholsamen Nacht im kuschliegen Zelt gingen wir um 4 Uhr richtung Frendo und standen um halb 6 als drite Seilschaft vor dem Pfeiler. Die Kletterei war schön und der Fels recht fest. Wir kamen zügig voran wuden allerdings doch noch von einem Chamonix Bergführer und seinem Kollegen überholt.
um 12 Uhr hatten wir die Kletterpasagen hinter uns gelassen so wie eine spannische Seilschaft. der Grat und die vollgenden Eispasagen bis zu 85 Grat so wie das heisse Wetter vorderten noch mals alles von uns. Nach weiteren zwei stunden schinderei ohne Wasser erreichten wir die Bergstation von Aiguille du Midi. Gerädert und überglücklich kerten wir zu unserem Zelt zurück, packten es zusammen und gingen nach Argentiere auf einen Camping der im Winter eine Skipiste aber sehr günstig ist. zum Glück gabs einen grill den wir mit voller Eifer einheizten und herrliche Würste grillten.

Basislager mit Frendopfeiler im Hintergrund
 
Am Pfeilerfuss

Skeptische Blicke vor der Schlüssellänge
 
Tiefblick nach Chamonix
 
Mixt am Frendo

Letzte Seillänge vor dem Gipfel
Um 10 Uhr Morgens weckte und die liebe Sonne und ein Hüttenaufstieg auf die Refuge d Argentiere um an folgenden Tag die Schweizerroute in der Courtes NW zu klettern stand auf dem Program. Leider machte uns das Wetter mit seinen 31 Grat einen stich durch die Rechnung und so kamm es, dass wir nach langem recherchieren in dem Office de haute Montagne uns für die Risskletterroute Nabot Leon entschieden. Wieder gab es einen riesen Stress auf die letzte Bahn und die täglichen 500 Gramm Pasta schmeckten dadurch noch besser.
Alls wir um 4 Uhr schlaftrunken zu Aiguille du Blaitiere watschelten, staunten wir nicht schlecht, alls wir schon zwei Stirnlampen weit vor uns bein Einstieg sahen. Wir hatten bei Tageslicht schon Probleme den Einstieg zu finden (Jan musste ungewollt ein Abseilmanöfer aus einem falschen Riss starten). Schlussentlich fanden wir den ersten Bohrhaken auf den auch einen Stand folgte und so wurde es ein super Tag in einer super Route bei super Wetter.





Donnerstag, 19. Juli 2012

Unter Japanern



Am Sonntag starteten Jan und Ich (Sevi) endlich in unsere lang ersehnten Ferien. Es ging aber nicht nach Verdon klettern, sondern ins Wallis zum Hochtouren, da Sevi's Innenbandverletzung am Finger immer noch nicht bereit ist, zum klettern.



Also reisten wir am Sonntag gemütlich nach Zermatt, doch als wir da ankamen, hatten wir Angst, dass die Schweiz während unser Zugfahrt heimlich von den Japanern eingenommen wurde. Als Bergsteiger war man da die volle Attraktion, da kam schnell mal auf die Idee, wie man als Fotosujet Geld verdienen könnte, leider reichte es nicht um die Woche zu finanzieren. Nach der Ankunft machten wir uns schnellst möglichst auf den Weg Richtung Gondelbahn um dem Trubel zu entkommen. In der Gandeghütte angekommen traf uns der nächste Schlag: 78 Franken (!) kostete uns die Übernachtung, das ist hart für ein Lehrlingsbudget und wehe man fragte nach Wasser zum trinken, dann hing der Haussegen schief. Doch wir waren ja nicht nur zum jammern nach Zermatt gekommen, sondern um hohe Berge zu besteigen, so starteten wir am Montag- Morgen um 3:20 Uhr um die Breithorn Nordwand über die Supersaxo- Route zu besteigen.

Breithorn Nordwand

Zuerst querten wir das markante Felsband am Anfang und stiegen dann unter dem Hängegletscher Richtung oberen Bergschrund.


Danach ging es im pumpigen Firngestapfe in den Steilen Hängen (z.T. bis 60 Grad) Richtung Gipfel.




Auf dem Gipfel angekommen wurden wir von einem Trubel "Normalweggänger" empfangen, welche zum Teil genauso ausgepumpt waren, wie wir. Auf dem Gipfel machten wir schnell das obligate Gipfelfoto und machten uns dann schnell auf den Weg Richtung Klein Matterhorn.

Jan macht sich gross;)

Leider fuhr die Bahn vom Kleinen Matterhorn aufgrund Sturmschäden nicht, so hatten wir noch das Vergnügen, zwei Stunden über diese elende Skipiste runterzuwatscheln -.-
Am Abend nächtigten wir dann in der günstigsten Jugendherbe die wir finden konnten und gingen früh schlafen. Sevi freute sich schon auf eine ruhige Nacht ohne geschnarchle, da er in der Gandeghütte etwa 5 Mal aufstand um einen motorsäge-lauten Schnarchler anzustupsen, doch leider musste er in der Jugi erfahren, dass Japaner extrem schnell einschlafen können und cheibe laut schnarchlen können, doch so müde wie wir waren, konnte uns dass nicht vor einer erholsamen Nacht abhalten. 

Am nächsten Morgen erledigten wir frisch ausgeschlafen unsere obligaten Einkäufe in Zermatt und machten uns am Nachmittag auf, Richtung Arbenbiwak, welches wir nach 4 Stunden erreichten. Wir waren nicht ganz alleine, es hatte noch 10 andere Leute im Biwak, so wurde es gemütlich eng in der Hütte. Am Abend spät traf noch ein Bergsteigerpaar aus Lausanne in der Hütte ein, welche zur Freude aller anderen noch lange ihre Route studierten um am nächsten Morgen das ganze gekochte Wasser für sich alleine brauchten (assoziale Leute!).
Am Morgen standen wir gemütlich um 4:00 auf, und gingen als letzte Seilschaft aus der Hütte, da wir neben unseren beiden Kollegen Rafi und Cornell als einzige die Südwand in Angriff nahmen. 


Die Wand zeigte sich schön trocken und fast ohne Schnee, was das klettern zu einem richtigen Genuss machte.

Die Routenfindung war ziemlich einfach, immer den logischen Verschneidungen und Rissen nach. Wir konnten bis auf ein paar wenige Stellen alles am gestreckten Seil klettern.


Nach dem markanten Kohleband, welches wir nach rechts querten, stiegen wir über eine Firnrinne auf den Gipfel des Obergabelhorn.
Jan auf dem Kohleband

Sevi in der Firnrinne

Schlussendlich standen wir nach 5.5 Stunden glücklich auf dem Gipfel des Obergabelhorns.

Sevi am Ende der Rinne

Gipfelfoto Obergabelhorn

Danach machten wir uns auf den langen Abstieg über die Wellenkuppe und nach einem kurzen erfrischenden Bier in der Rothornhütte machten wir uns noch auf, um die letzten 1600 Höhenmeter nach Zermatt zu wandern, wo wir genau 100 Minuten später eintrafen. Nach einer kurzen Verpflegungpause traten wir ziemlich zerstört aber zufrieden die Heimreise an. 

Rafi und Cornell im Abstieg