Ausgeschlaffen und munter wie immer wurde Jan von Sämi püncktlich um 7 Uhr abgeholt. Gemeinsam gings dann richtung Grimmsel ins Eldorado um die berümte Rissklettertour "Motörhaed" von den Gebrüder Remy zu klettern. Leider waren wir trotz der frühen Jahreszeit nicht die einzigen und obwohl wir schon um elf Uhr am Einstieg waren auch nicht die ersten. so kam es, dass wir zu erst mal zwei Stunden warteten, bis wir einstiegen. Das Warten wurde allerdings schon in der dritten Seillänge dursch ein Bilderbuchriss belohnt, so das wir kaum mitbekahmen, als die Seilschaft vor uns in der fünften Seillänge kerten und Jan zu dritt in einem Stand hing, in dem es aleine schon sehr unbequem war. Die ganzen 16 Seillängen folgen mehr oder weniger zwei Piazzrissen die gut mit Frinds 1, 2, 3 abzusichern sind. Die Stände sind gebort und pro Seillänge hat es im schnitt 3 Bohrhacken. Nach acht Stunden klettern waren wir dan am Top und genossen den Sonnen-untergang.
Der Abstieg erwies sich als weniger schön und brachte uns pflotsch nasse Füsse. zum Glück erreichten wir den ofiziellen Weg noch vor Dunkelheit und wir kamen mit den Stirnlampen sicher zum Auto zurück. Um ein Uhr morgens gabs dan in der Nähe von Mairingen eine gute Porzion Spagetti aus dem Schlaffsack und nach der ersten Sternschnuppe war dan auch nur noch ein regelmäsiges schnarchen zu hören.
Sämi der Piazzgott
Sämi am fighten
Ausstiegsrisse vor herlichem Panorama
Gipfelfoto mit den letzten Sonnensrtahlen im Nacken
An dieser Stelle möchten wir noch unsere Trauer und unser tiefstes Beileid an das Mittelband an Sevis Mittelfinger aussprechen. Nach 19 Jahren Zweisamkeit , Liebe und Pflege ist es letzten Mittwoch wegen überbelastung im B2 von uns gegangen und gerissen. Wir wünschen den neun hinterbliebenen Finger nur das beste für die Zukunft und eine schnelle Heilung des Mittelfingers. Zu gedenken weden die Routen nächsten Dienstag nur halb geklettert.
Am Samstag machten wir (Jan und Sevi) uns auf, um endlich mal unsere langersehnte Wunschroute "Die Männer vom Memmental" (5 Seillängen, 7a) zu klettern. Das ganze startete jedoch nicht ohne Probleme. Zuerst subventionierten wir auf der Hinfahrt den Kanton Luzern mithilfe eines Fotos auf der Autobahn, und danach gab uns ein allerbekannter Kletterlehrer mit "kruslen" und Bieler Dialekt (der Name wird hier nicht genannt...) denn Hinweis, die Route befinde sich gerade im ersten Wandteil. Leider nein, mussten wir nach langer Sucherei erkennen, dass sich die Route ziemlich viel weiter oben befand.... Naja ein Topo wäre das nächste mal halt kein Seich....
Als wir den Einstieg endlich fanden, gaben wir etwas Gas und freuten uns auf die super Route, welche zurecht ein super Klassiker ist.
Sevi in der 1. Länge
Jan in der 1.Länge
Vorallem die spektakuläre 3. Seillänge, welches auch zugleich die Schlüssellänge ist, sticht besonders hervor. In typischer "kletterhallenmanier" quert sie zuerst über dem grossen Überhang und geht schlussendlich steil an guten Griffen mit weiten Zügen über die Kante hinaus.
Sevi in der dritten Länge
Schlussendlich folgen noch zwei schöne Seillängen an superscharfen Tropflöchern, bevor es dann an das Abseilen geht. Die Abseilpiste ist auch nicht gerade Alltäglich, es gilt den grossen Überhang mithilfe eins Fixseiles zu überwinden. Da wir beide in letzter Zeit immer wieder unsere lieben Probleme beim Abseilen hatten, mussten wir uns nochmals zusammenreisen, nicht das wir vor lauter "rumgejogle" in einer Bastlerei enden....
Abseilpiste
Tiefblick...
Am Ende standen wir nach 4 Stunden völlig dehydriert und ausgeschwitzt wieder am Einstieg, und waren beide froh, dass wir diese superschöne Route endlich klettern konnten....
Am Samstag machten wir (Jan und Sevi) uns auf, um mal der Roten Fluh im Fermeltal einen Besuch abzustatten. Nach einem harten Start am morgen (wir waren beide topffit ausgeschlafen....NICHT) machten wir uns um 10:00 Uhr vom Parkplatz auf und starteten um 11:00 Uhr in die Route Marque Jaune (7a+, 10 Seillängen).
Jan in der 1. Länge
Im Führer wird die Rote Fluh als eines der schönsten Mehrseillängengebiete im Berneroberland beschrieben, mit extrem scharfen Fels. Dies können wir beide nur bestätigen, die Haut nihmt bereits nach wenigen Seillängen drastisch ab, jedoch war es eine der schönsten Routen, welche wir beide je geklettert sind!
Sevi startet in die dritte Länge
Jan ende dritte Länge
Die Schlüssellänge quert unter einer markanten Dachzone durch, ein kniffliger Quergang an kleinen Leisten und Sloper forderte uns alles ab.
Jan in der Schlüsselstelle
Jan ende der Schlüssellänge
Die Route quert mehrere Dächer, entweder unten durch oder oben drüber, was die ganze Route ziemlich spektakulär macht....
Jan startet in die 7 Länge
Ohne Worte;)
Sevi am Ende der 7. Länge
Am Ende wartete dann wieder mal eine interessante Abseilpiste auf uns, wie konnte es auch anders sein, stellte diese wieder mal das grösste Problem für uns beide dar;) In der 7. Länge empfiehlt es sich, unbedingt denn Stand mit viel Schwung anzupendeln... (Fragen bitte direkt an Jan Ermuth)
Am Sonntag entschieden wir uns, aufgrund unserer mangelnder Fingerhaut, ins Lehn Sportklettern zu gehen. Nach einem gemütlichen Tag im Klettergarten rundeten wir den Tag mit einem "Schwümi" im arschkalten Thunersee ab.
Am Montag war dann nicht mehr ans Klettern zu denken, so widmeten wir uns beiden unseren Alternativen zum Klettern. Ich (Sevi) ging einen Tag Fallschirmspringen in Biel, zusammen mit meinen beiden SPHAIR-Kollegen Lüku und Joel.
In the air
Wir absolvierten 4 amüsante Sprünge mit viel Action ( siehe Video). Ich musste leider die unangenehme Erfahrung machen, wie es ist, im Freifall seine Helmkamera zu verlieren...
Nach drei monatigen Kletterpause sind die kletterinfiszierten Jungs wider vereint und starten über die vier freien Auffahrtstage durch. Jan genoss zwei wunderschöne Monate in Australien und einen bezauberten Monat in Bali. Kaum zu Hause angekommen, fängt das harte Training an und die Arbeit ruft. Doch es hat sich gelohnt.
Cadarese:
Cadarese ist ein geniales Rissklettergebiet in Norditalien, gleich hinter dem Simplonpass bei Domodossola. Es eignet sich hervorragend für Einsteiger, da es auch eingeborte Risse gibt, die man nicht unbedingt tread klettern muss. Trotzdem ist das Gebiet für seine schwehren und ceanen Routen bekannt.
Donnerstag 5:00 klingelt mein (Jan) Handy und eine viertel Stunde später steht Sevi vor meiner Tür. Danach noch schnell bei Sämi vorbeischauen und das Trio ist komplett. In Cadarese angekommen muss Sevi noch einmal nach Domodossola zurück um Joni und Andi zu holen die mit dem Zug gekommen sind. Andi hat schon viel Erfahrung vom Rissklettern aus America mitgebracht und kennt auch das Gebiet.
Wir kletterten Classica bolted und Nuova Scomessa Bolted Tread und Joni punktete Edera Bolted OS.
Von der Kälte verdrieben gingen wir zum Parklatz (mit Grillstelle und sanitären Anlagen) um unsere verbrauchten Reserven wieder mit Penne zu stärken.
Am Nächsten Morgen ging es dann gleich wider los mit der genialen Linie von Foglie Cadenti Bolted und Imbuto Crack Bolted.
Jan in Foglie Cadenti 6b
Top motiviert schissen wir noch in Mission Gin Lemon wo wir aber beim Off Wiff scheiterten.
Sevi in Mission Gin lemon 6b+
Joni punktete zum Abschluss noch c'era una volta bolted. Glücklich und erschöpft gönnten wir uns wider Penne und beschlossen am nächsten Morgen in das Sportklettergebiet Simplon Dorf zu fahren.
Joni in c era una volta 7b+
Simplon Dorf:
Weil wir zu fünft unterwegs waren und leider nur ein VW Lupo zu Verfügung hatten, beschlossen wir, dass wir gestaffelt nach Simplon fahren. Zuerst sollte Sevi joni, Sämi und Andi nach Domodossola bringen, die dann ihr Glück per Autostop versuchen. Mich abholen und mit dem ganzen Gepäck auf den Simplon fahren.
Hätte alles wunderbar geklappt wenn Joni, Sämi und Andi drei attraktive Frauen gewesen wären und nicht drei stinkende Kletterer. So musste Sevi noch mal nach Domodossola fahren und sie abholen. Schlussendlich kamen doch noch alle an und wir konnten die eine oder andere Route klettern. Am Abend gab es wieder Penne und wir schauten das Champions League Finale in Simplon wo uns die Einheimischen erst mal über die Regeln dieses langweiligen Sports erklären mussten.
Jan in Suizide Cobain 7a+
Hier braucht jemand Geld für sein Bier;-) Sevi in Hip Hop on the Top 7a
Am Samstag verbrachten wir einen super Sprungtag im Tessin, mit 3 amüsanten Sprüngen im Gepäck reisten wir dann am Sonntag nach Hause, da das Wetter nicht mehr zum Springen taugte...
Am Dienstag konnte waren wir (Janis, Sämi, Jöni, Sevi) endlich wieder mal alle zusammen im Basler Jura- Hardmovergebiet "Falke", um unsere Kletterkünste zu testen. Hoffentlich läd das Wetter in nächster Zeit zu weiteren solchen Trips ein....
Nachdem unser Chamonixtrip aufgrund verschiedener Umstände ins Wasser fiel, entschieden wir (Janis und Sevi) uns, etwas im heimischen Jura zu klettern. Wir reisten ins feine Klettergebiet Rocher du Midi, welches in der Nähe von Delemont liegt. Dort klettern wir zum einwärmen die schöne "Joe Brown". Diese Route folgt einem logischen Riss- und Verschneidungssystem, welches sich auch optimal selber absichern lassen würde. Danach klettern wir noch den Klassiker "Sensationelle". Wir stiegen über eine steile, boulderartige, kurze Seillänge ein und danach folgte superschöne, scharfe Risskletterei, welche man im Jura selten antrifft.
Janis 1. Länge
Auch diese Route würde, bis auf die die letzte Seillänge, gut selber absichern lassen. Die Schlüsselseillänge ist die dritte, welche "oldscool" Risskletterei fordert und das ganze Repetoir an Risskletterei erwartet.
Janis in der 3. Länge
3. Länge
Kurz vor dem Stand in der 3. Länge
Am Samstag waren wir dann noch in unseren Heimgebiet "Tüfleten" und testen unsere Fingerkraft. Dabei mussten sahen wir wieder mal, dass auch das klettern im Klettergarten seine Gefahren aufweist, vorallem wenn man vor dem Hängen des ersten Expresses einen Abgang hinlegt.... Für weitere Fragen soll man doch Jonas kontaktieren;)
So verbrachten wir wieder einmal ein heimeliges Weekend in der Region.
Cevio ist ein Klettergarten, welcher uns (Obed und Sevi) ziemlich unterschiedlich gefällt. Sevi hatte ziemlich schlechte Erinnerungen an das Gebiet, wobei Obed es in höchsten Tönen lobt. Doch Cevio verfügt noch über die "Muro Grande", eine 150 m hohe Felswand, mit Yosemite ähnlichen Zügen. Wir klettern die Route "Barcollo ma non mollo... (7B)". Diese Route befindet sich im linken Wandteil und ist 5 Seillängen lang. Die Absicherung ist sehr gut, obwohl die Haken z.T. etwas kurios gesetzt sind...
Vorallem die letzte Seillänge hat es in sich, sogar Obed, der sich im Moment in bestechender Form befindet (er kletterte über Neujahr in seiner Traumheimat Spanien 8c....), musste sich dort ziemlich zusammen reisen Zitat: "Jaaa isch schono streng füre 7b...."
Am Sonntag besuchten wir dann den Klettergarten von Cevio, Sevi wollte sich ein besseres Bild davon machen und Obed wollte noch eine von seinen offenen 4 Routen klettern. Dies gelang im auch, er durchstieg die Route "L'amour è Confiture" (8a+).
Auf der Heimfahrt hatten wir dann im Stau vor dem Gotthard noch genug Zeit, um darüber zu diskutieren, wieso die ganze Schweiz ein schlechtes Bild von den Zürchern haben...
Somit beendeten wir ein gelungenes Tessinweekend, auf welches schon bald eines folgen wird...